Das aufgestellte Kanu und die 4,90 x 1,50m lange Zeichnung, Tusche auf Transparentpapier, aus dem Kanu ausgerollt.
Detail der Zeichnung der Kanuperspektive"Child of Poseidon" ist ein performatives Rechercheprojekt auf der Berliner Spree in Kreuzberg-Friedrichshain. In diesem Projekt wurde Kanufahren als eine ästhetisch-kritische Praxis verwendet, um die Stadt (hier: das Stadtgebiet des Osthafens Berlin) bildlich und erzählerisch aus der Perspektive des Kanufahrers zu rekonstruieren.
Die Recherche fand fast ausschließlich im Kanu statt.
Das Wahrnehmungsfeld wurde durch die Mittel der Photographie und Zeichnung nach Merkmalen und Gegenständen gescannt und dokumentiert, die sonst verborgen bzw. unerschlossen bleiben. Experten aus verschiedenen Fachbereichen wurden im Anschluss eingeladen auf Recherchetouren zu Phänomenen, denen man beim Kanufahren begegnet, Auskunft zu geben. Was für ein Bild der Stadt, was für eine Flusskarte und Stadt-Geschichte lässt sich aus dieser Perspektive konstruieren?
Das "Ergebnis" der mehr-monatigen Recherche ist ein Stadtteilporträt, welches den Fokus der Kanufahrer in Wort und Bild festhält. Kanalisationsöffnungen, die Oberbaumbrücke von unten, bröckelnde DDR Grenzanlagen, Mikro-Wetter und Pflanzen des Flussraumes rücken in den Vordergrund, spektakuläre Uferbebauung findet sich am Wahrnehmungsrand wieder.
Zwischen dem Textfeld und der Zeichnung, auf das aufgestellte Kanu blickendIn der obigen Abbildung, sieht man die Recherche in einer Installation verarbeitet, wobei die verwendeten Materialien auch als Recherchemittel (Kanufahren, Notieren/Schreiben, Zeichnen/Photographieren, Kartieren) dienten.
Mit Dank für die Hilfe und Kooperation
-Katharina Jedermann: Mentorin, Dozentin Institut für Kunst im Kontext
-Michel Bakker: Lektorat
-Artur van Balen: Installation und Feedback
-Martin Düspohl, Leiter des Bezirksmuseums Friedrichshain-Kreuzberg, Fachbereichsleiter Kultur und Geschichte, BA Friedrichshain-Kreuzberg
-Dr. Michael Gödde, Referatsleitung Landschaftsplanung und Naturschutz, Senatsverwaltung für Stadtentwicklung
-Rainer Kleinfeldt, Leiter der Kanalbetriebsstelle Friedrichshain, Berliner Wasserbetriebe
-Bernd Machatzi, Büro des Landesbeauftragten für Naturschutz und Landschaftspflege, Sentasverwaltung für Stadtentwicklung
-Nadja Neumann, Presse und Öffentlichkeitsarbeit, Leibnitz-Institut für Gewässerökologie und Binnenfischerei
-Karl Manfred Pflitsch, Vorsitzender Historischer Hafen Berlin
-Friedemann Schenk, Metereologe Berliner Wetterkarte e.V., Freie Universität Berlin
-Dr. Ingo Schnauder, Ökohydrologie, Leibnitz-Institut für Gewässerökologie und Binnenfischerei
-Ulrike Willerding, freischaffende Biologin und Naturpädagogin, Kreuzberger Kinderstiftung